Das Ende

Leicht ist sie mir nicht gefallen, die Entscheidung, aber nun steht sie fest: Aus verschiedenen Gründen, nicht zuletzt aufgrund der verschärften wirtschaftlichen Situation seit Kriegsbeginn, habe ich mich dazu entschieden, meinen mobilen unverpackt-Laden in den kommenden Wochen aufzugeben. 

Bevor ich mich selbstständig gemacht habe, hat mich ein Zitat von José Mujica, dem ehemaligen Präsidenten von Uruguay, sehr inspiriert:

„Wir haben Berge von überflüssigem Bedarf angehäuft. 
Ständig müssen wir kaufen, wegwerfen, kaufen…
Es ist unser Leben, das wir verschwenden. 
Denn wenn wir etwas kaufen, bezahlen wir nicht mit Geld.
Wir bezahlen mit unserer Lebenszeit, die wir aufwenden mussten, um dieses Geld zu verdienen.
Der Unterschied ist: Leben lässt sich nicht kaufen.
Es vergeht einfach.
Und es ist schrecklich, dein Leben zu verschwenden, indem du deine Freiheit verlierst.“

In der letzten Zeit, vor allem seit Kriegsbeginn, hatte ich wieder mehr und mehr das Gefühl, mein Leben zu verschwenden, obwohl ich einer an sich sinnvollen Tätigkeit nachgegangen bin. Ich habe im letzten Jahr unglaublich viel gearbeitet, 60+ Stunden-Wochen waren eher die Regel als die Ausnahme. Jedoch nicht, um möglichst viel Geld zu verdienen. Dass ich mit einem mobilen unverpackt-Laden nicht reich werden würde, war mir davor schon klar. Sondern, weil ich ernsthaft daran geglaubt habe bzw. die Vision/Illusion hatte, mehr Menschen fürs unverpackte Einkaufen begeistern zu können, wenn es ihnen nur so einfach wie möglich gemacht wird. 
Was ich jedoch ziemlich unterschätzt habe, ist der Attitude-Behaviour-Gap, also die Diskrepanz zwischen dem, was Menschen sagen und dem, was sie dann tatsächlich auch tun. Zwar hatte ich an jedem Standort treue Stammkunden, die fast jede Woche gekommen sind und durch ihren Einkauf einen Beitrag zu einer plastikfreieren Welt geleistet haben – was ich sehr zu schätzen weiß. Aber es gab auch viele Stunden in meinem Truck, in denen ich zwar teilweise mit wohlwollenden Worten bedacht wurde, aber nicht dazu beitragen konnte, dass die Menschen ihr bisheriges Einkaufsverhalten tatsächlich überdenken und sich auf die „neue alte Art des Einkaufens“ – unverpackt und plastikfrei – einlassen. Und so hat es sich zunehmend falsch angefühlt, Samstag Vormittag nicht mit meiner Familie zu frühstücken, sondern auf dem Markt zu stehen, ohne wirklich viel bewirken zu können. Oder den 5. Geburtstag meines Sohnes zu verpassen, weil mein Mann mit den Kindern Homeoffice bei den Großeltern macht, um die Ferienzeiten abzudecken.

Meine Entscheidung bedeutet nicht, dass ich den Kopf in den Sand stecke und mich künftig nur noch um mein Vergnügen im Hier und Jetzt drehen werde. Ich werde auch weiterhin versuchen, einen Beitrag zu leisten, damit meine Kinder und Enkel später einen noch einigermaßen lebenswerten Planeten vorfinden. Insofern plane ich, auch in Zukunft für ein Unternehmen zu arbeiten, das sich dafür einsetzt. 

Lange Rede, kurzer Sinn:
Ab 21. Juni gibt’s  50%* auf alles (*Bücher ausgenommen). Der letzte Verkaufstag wird der 1. Juli sein. Ich würd mich freuen, euch, die ihr regelmäßig bei mir eingekauft habt, nochmal zu sehen!

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