Der Ursprung der Idee

Argentinien im März 2020. Quasi über Nacht ist Corona auch in Südamerika mit voller Wucht eingeschlagen. Wir sind gerade mit unserem Camper über den 4.753 Meter hohen Agua Negra Pass von Chile nach Argentinien eingereist, als es Schlag auf Schlag ging. Die Grenzen wurden dicht gemacht, Flüge von und nach Europa wurden ausgesetzt, es wurde ein strikter Lockdown verhängt, Kinder durften überhaupt nicht mehr vor die Tür, Erwachsene nur noch zum Einkaufen. Anfangs tendierten wir noch dazu, das Ganze hier auszusitzen. Die schnellen, radikalen Maßnahmen der argentinischen Regierung und die damals noch geringen Fallzahlen ließen hoffen, dass Argentinien Corona besser in den Griff bekommt als Europa. Doch dann bekamen wir zunehmend zu spüren, dass Europäer hier nicht mehr erwünscht waren, waren doch sie es, die Corona nach Südamerika eingeschleppt haben… Auch konnte es jederzeit passieren, dass wir von unserem Campingplatz vertrieben und mit anderen “Obdachlosen” in eine Massenunterkunft gesteckt werden. Die Chancen, dass wir unseren Camper wieder zurück nach Deutschland verschifft bekommen, würden wahrscheinlich auch eher schlechter werden. Und so haben wir schweren Herzens die Entscheidung getroffen, unsere Reise 4 Monate früher als geplant abzubrechen.

In dieser Nacht lag ich lange wach in unserem Camper. Ich hatte in der Zwischenzeit erfahren, dass mein Arbeitgeber noch vor Corona Insolvenz angemeldet hatte, es also unsicher war, wie es mit meinem bisherigen Job weitergehen würde. Was also künftig tun? Bereits vor unserer Reise hatte ich mit einem Unverpackt-Laden geliebäugelt. Allerdings hatte in der Zwischenzeit in meinem Wohnort ein Unverpackt-Laden eröffnet. Auch wäre es mir in dieser unsicheren Zeit zu riskant gewesen, einen stationären Laden zu gründen. Und nach 8 Monaten “on the road” widerstrebte mir inzwischen die Vorstellung, tagein, tagaus von früh bis spät im gleichen Geschäft zu stehen. Es sollte aber auf jeden Fall eine sinnvolle und im besten Fall auch systemrelevante Tätigkeit sein. Und da war sie plötzlich, die Idee: Ich gründe einen mobilen Unverpackt-Laden! Und das Ganze auf Basis eines Elektrotransporters, damit es so richtig nachhaltig ist. BETTER WITHOUT – besser ohne Plastik, ohne unnötige Verpackung, ohne Zusatzstoffe und ohne CO2-Ausstoß. Das Ganze erschien mir auch “krisensicher”, da hier ein Verkauf von Produkten des täglichen Bedarfs stattfindet, ohne Selbstbedienung und an der frischen Luft, wodurch die Ansteckungsgefahr deutlich geringer ist als in Supermärkten.
Am nächste Morgen googlete ich danach und stellte fest, dass im August 2019 der erste und bis dato einzige mobile Unverpackt-Laden eröffnet hatte. Allerdings ganz woanders und das Thema E-Mobilität spielte hier auch keine Rolle.

Zurück in Deutschland beschäftigte ich mich wochenlang intensiv mit dem Thema E-Mobilität. Der Markt für E-Transporter war gerade erst ins Rollen gekommen, Verkaufsfahrzeug-Lösungen “von der Stange” gab es noch nicht. Ich führte viele Gespräche mit Firmen, die Verkaufsfahrzeuge bauen und auch mit Firmen, die sich auf die Elektrifizierung von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor spezialisiert haben. Ich informierte mich bzgl. Förderprogrammen und musste irgendwann ernüchtert feststellen, dass ich damit einfach noch ein paar Jahre zu früh dran bin, weil das Ganze aktuell noch nicht wirtschaftlich umsetzbar ist. So nahm ich schweren Herzens erstmal Abschied von der Idee, einen auch im Hinblick auf die Emissionen nachhaltigen Unverpackt-Truck zu gründen und entschied mich, stattdessen auf ein gebrauchtes, aber im Hinblick auf die Schadstoffklasse nicht allzu altes Diesel-Fahrzeug zu setzen.

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